Der Weg zum Rückhaltebecken Fahrafeld
18 Jahre Projektarbeit mit Ausdauer und Verantwortungsbewusstsein
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2005
Ausdauer, Geduld und ein langer Atem sind erforderlich, um ein derartiges Jahrhundert-Projekt wie die Errichtung des Hochwasserschutz-Rückhaltebeckens in seiner Dimension mit einer Dammlänge von 2,6 Kilometern auf den Weg zu bringen. Juristische, planerische und technische Vorarbeiten sind dafür notwendig. 2005 wurden die Verhandlungen mit den betroffenen Grundstückseigentümern im Pottensteiner Ortsteil Fahrafeld eröffnet.
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2008
Eine Vorstudie hatte gezeigt, dass am Mittellauf der Triesting in Fahrafeld aufgrund der topografischen Geländesituation ein Hochwasserrückhaltebecken im größeren Maße realisierbar ist. Nach Abklärung der Grundstücksverhältnisse wurde die Lage des Dammes bestimmt und positioniert. 2008 konnte der Triesting Wasserverband die ersten Grundstücke erwerben.
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2015/2017
Zum Jahreswechsel 2014/2015 erfolgte die wasserrechtliche Einreichung des Beckenvorhabens bei der BH Baden. Für Rückhaltebecken mit einem Fassungsvolumen über 500.000 m³ ist ein spezielles Genehmigungsverfahren notwendig und ein Gutachten der Staubeckenkommission einzuholen. Die Erkundungen und Bodenuntersuchungen (Bohrungen, Wasserstandmessungen, Probeschürfe und Pumpversuche) wurden 2015 ausgeweitet, um möglichst viele Daten einzuholen. 2017 erhielt das Projekt die wasserrechtliche Bewilligung.
Das Bild zeigt Bodenuntersuchungen in Fahrafeld, die Aufschlüsse über die Grundwasserströme im Erdreich bringen. Diese sollen durch das Rückhaltebauwerk möglichst nicht verändert werden. -
2018/2019
Der Wasserleitungsverband der Triestingtal- und Südbahngemeinden trassierte die Trinkwasser-Hauptleitung im Tal neu und auch die Stromleitung wurde zur Bundesstraße 18 verlegt. Für die Zufahrt mit Schüttmaterial zur Errichtung der 9 Meter hohen Dämme wurde eine neue Triestingbrücke errichtet.
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2020
In Anwesenheit von Bundesministerin Elisabeth Köstinger und Niederösterreichs LHStv. Stephan Pernkopf fand am 22. Juni 2020 der offizielle Spatenstich für das Rückhaltebecken Fahrafeld statt. Dabei konnte der Triesting Wasserverband mit Obm. Bgm. Andreas Ramharter und Standort-Bgm. Daniel Pongratz an der Spitze den Startschuss für das 40 Millionen EUR-Vorhaben geben. 90 Prozent der Finanzierung trugen Bund und Land Niederösterreich, die restlichen 10 Prozent steuerte der Triesting Wasserverband selbst bei. Mit der Bauausführung wurde die Porr AG beauftragt.
Beim Spatenstich (v.l.): Porr AG-Vorstandsdir. Karl-Heinz Strauss, LHStv. Stephan Pernkopf, BM Elisabeth Köstinger, Verbandsobm. Bgm. Andreas Ramharter und Bgm. Daniel Pongratz. -
2021
Etwa ein Jahr nach dem Baustart wurde mit der Übersiedlung der Triesting in die Talmitte auf der Länge von 1 km – in ausreichend Sicherheitsabstand zu den Wohngebieten – ein wesentlicher Meilenstein erreicht. Dafür wurde ein neuer Flusslauf gegraben, der dem historischen, natürlichen Zuhause der Triesting ähnelt. Die Umleitung der Triesting wurde – unter vorsichtiger Bedachtnahme auf alle Lebewesen und Vegetation im und am Fluss in Zusammenarbeit mit dem Fischereiverband – vorgenommen. Nach dem Abfischen wurde das neue Flussbett geflutet und die Fische übersiedelt.
Das neue, kurvige Flussbett der Triesting ersetzt den – seit der Zeit der Industrialisierung – geradlinigen regulierten Triestingverlauf. -
2022
Im Herbst 2022 zogen die Baumaschinen aus dem Fahrafelder Becken im Triestingtal ab. Nach rund 28 Monaten Bauzeit war eines der größten Hochwasserschutz-Rückhaltebecken in ganz Niederösterreich fertiggestellt. Die Eröffnung folgte im Jahr 2023. Eine Staufläche von 30 Hektar bietet einer Wasser-Füllmenge von 750 Wettkampf-Schwimmbecken mit 25 Meter Bahnlänge Platz. Mit diesem Schlüsselprojekt ist der markant verbesserte Schutz vor hundertjährlichen Hochwasserereignissen für 35.000 Menschen im Tal gewährleistet.
Das Bild zeigt den fertig gestellten Grundablass am östlichen Ende des Rückhaltebeckens.
Der Blick von oben
Auf der Website des Triesting Wasserverbandes wurden alle Abschnitte des Bauprojektes regelmäßig via Flugaufnahmen und Drohnenvideos dokumentiert.
Dieses mittlerweile historische Filmmaterial zeigt – aus dem beeindruckenden Blickwinkel von oben – die Entstehungsgeschichte eines wesentlichen Stücks Zeitgeschichte in der Entwicklung des Triestingtals.
Film Archiv im Internet
Zum Betrachten der Videos besuchen Sie bitte die Website des Triesting Wasserverbandes