Projektdimension

Dimensionen eines Jahrhundertprojekts

Hochwasserschutz für 35.000 Menschen im Triestingtal

Das „Jahrhundertbauwerk“ Rückhaltebecken Fahrafeld ist das größte Bauvorhaben, das der Triesting Wasserverband jemals umsetzen konnte. Im Zusammenspiel mit anderen Schutzmaßnahmen im Triestingtal ist es das Schlüsselprojekt für den markant verbesserten Schutz von 35.000 Menschen vor einem sogenannten hundertjährlichen Hochwasser (HQ 100) im Einzugsgebiet der Triesting. Die zerstörerischen Folgen einer solchen Naturkatastrophe sollen damit – unter Berücksichtigung modernster technischer und ökologischer Kriterien – von der Region Triestingtal abgewendet werden.

Funktionsweise Rückhaltebecken

Funktionsweise Rückhaltebecken 1
Funktionsweise Rückhaltebecken 2
Funktionsweise Rückhaltebecken 3
Funktionsweise Rückhaltebecken 4

Im Pottensteiner Ortsteil Fahrafeld wurde nach einer Bauzeit von knapp mehr als zwei Jahren eines der größten Hochwasserschutz-Rückhaltebecken Niederösterreichs fertiggestellt. Ein Drohnen-Kameraflug über das 2,6 Kilometer lange Bauwerk mit einem Rückhaltevolumen von 750.000 m³ verdeutlicht, wie kommende Generationen im Triestingtal Sicherheit gewinnen.

Video

Hochwasser-Rückhaltebecken Fahrafeld im Endspurt Mai 2022
Hochwasser-Rückhaltebecken Fahrafeld im Endspurt / Mai 2022, YouTube Video Link.

Das Gesamtvorhaben wurde innerhalb des Zeit- & Kostenrahmens abgeschlossen. Die Gesamt-Investition in der Höhe von rund 40 Millionen Euro verstehen die Projektpartner Bund, Land und Gemeinden als gut angelegtes Geld für die nachhaltige Sicherung des Lebensraumes an der Triesting.

Der straßenseitige Schutzdamm wurde entlang und in unmittelbarer Nachbarschaft des Siedlungsgebietes von Fahrafeld errichtet. Weil die Triesting auf einer Länge von rund 950 Metern in die Mitte des Tales verlegt wurde, konnte so die Vergrößerung des Stauvolumens bei Hochwasser auf ein Fassungsvermögen von 750 vollen 25m-Wettkampf-Schwimmbecken erreicht werden. Die Triesting kehrte damit wieder in den Bereich ihres ursprünglich historischen Flussverlaufes zurück und neue Naturräume für die Pflanzen- und Tierwelt an ihren Ufern konnten entstehen.

Die Dammkrone (höchster Punkt) des Hochwasserrückhaltebeckens liegt auf einer Seehöhe von 342,5 m. Im östlichen Abschlussbauwerk des Beckens – dem sogenannten Grundablass – ist eine um 3 m abgesenkte, gesicherte Überlaufstrecke eingebaut, die sogar bei noch stärkeren Hochwasser-Ereignissen als ein HQ 100 für eine Hochwasser-Entlastung sorgt. Das Wasser wird in diesem Fall gezielt in Richtung Tosbecken abgeleitet. Dort kann sich der Wasserabfluss wieder beruhigen. So wird die Gefahr von Überflutungen in Siedlungsgebieten erfolgreich eingedämmt.

Hochwasser-Rückhaltebecken Fahrafeld
Dammbauten mit einer Maximalhöhe von neun Metern begrenzen die Schutzzone des Hochwasser-Rückhaltebeckens sowohl straßenseitig (entlang der B 18) als auch schienenseitig (entlang der Bahnstrecke). Das Foto zeigt die Ansicht des landschaftlich neu gestalteten Geländes von West nach Ost. Foto: Dronemedia