Neuer Quellgraben

Triesting-Quellgraben: eine ökologische Besonderheit

Trotz Bauarbeiten – Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen blieb erhalten

Der sogenannte Quellgraben gilt als besonders schützenswerte Naturlandschaft im Fahrafelder Triesting-Becken. Einige der ökologischen und biologischen Besonderheiten dieser Naturlandschaft rühren daher, dass der Wasserlauf der Triesting in diesem Bereich nicht nur von klassischen Zuflüssen und Wildbächen gespeist wird.

Künftiger Lebensraum rechtzeitig sichergestellt

Entlang der Kühberg-Uferseite in Fahrafeld existiert ein natürliches System von Quellgräben, die mit dem Fluss in Verbindung stehen. Diese Gewässer haben sich gemeinsam mit den feuchten Wiesen, die sie umgeben, zu einem einzigartigen Lebensraum für die Pflanzen- und Tierwelt entwickelt. Vor allem Gehölze wie Erlen fühlen sich dort heimisch.

Baggerarbeiten
Um Platz für den südlichen Rückhaltedamm zu gewinnen ...
Verlegung Haupt-Quellgraben
... wurde der Haupt-Quellgraben nach Norden verlegt.

Schon bevor 2021 die Hauptbauphase des Hochwasser-Schutzbauwerks in Fahrafeld eingeleitet wurde, konnte der künftige Lebensraum für viele der Tiere und Pflanzen, die sich im Quellgrabenbereich angesiedelt haben, sichergestellt werden. Um Platz für den südseitigen Hochwasser-Damm zu schaffen, wurden daher unter der bau- und landschaftsökologischen Aufsicht von Dipl.Ing. Helmut Gaubmann aus Enzesfeld rechtzeitig entsprechende Ersatzräume angelegt.

Im Zuge der Verlegung des Quellgrabens wurden die gesamten gewässerbegleitenden Lebensräume mit übersiedelt. So wurden die Ufer mit ihren Seggenrieden mit dem Bagger großzügig ausgehoben und am Ufer des neuen Quellgrabens eingebaut. Ebenso wurde die Sohle des alten Quellgrabens rund 1 m tief ausgehoben und in den neuen Quellgraben versetzt. Dadurch konnte ein Großteil der Lebewesen, die im Gewässergrund leben, mit übersiedelt werden und sich im neuen Quellgraben weiterentwickeln.

Quellgraben-Tümpel
Der neue Quellgraben-Tümpel: Naturlebensraum für Tiere und Pflanzen und wichtiger Bestandteil des Wasserhaushalts der Triesting im Fahrafelder Becken.

Alte Quelle versorgt neuen Quellgraben mit reinem Wasser

Die großen Schwarzerlen neben dem alten Quellgraben wurden abgestockt, die Wurzelstöcke mit dem Bagger ausgehoben und ans Ufer des neuen Quellgrabens gesetzt. Die meisten dieser Wurzelstöcke treiben bereits wieder aus und werden künftig den Quellgraben beschatten.

Der neue Quellgraben wird nun aus der alten Quelle mittels Pumpe versorgt und führt ca. 2 Liter pro Sekunde reinstes Quellwasser.

Ein Teil des Aschweidenwaldes konnte erhalten werden, ebenso ein Teil der Schilffläche. Diese bilden eine Naturzone und sollen sich selbst und der natürlichen Entwicklung überlassen werden. Der neue Quellgraben mit seinen Seggenrieden und Schilfflächen, schlammigen Sumpfzonen und Wasserflächen ist schon von Brunnenkresse stark bewachsen und gilt als bedeutender Lebensraum für viele Insekten (z.B. Libellen), aber auch für Molche, Amphibien oder Wasserschnecken.

Blaue Prachtlibelle
Die blaue Prachtlibelle fühlt sich in der Naturlandschaft des Triesting-Quellgrabens zu Hause.